Letztens, als ich mal wieder gefragt wurde, was ich denn bei meiner Ernährungsweise eigentlich überhaupt noch essen könnte, ist mir aufgefallen, dass ich ganz ganz zu Beginn dieser Sache hier meinte, dass ich euch mehr über meine Ernährung erzählen werde. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen.

Beginnen wir erstmal mit dem eigentlich schon Bekannten: Ich ernähre mich vegan. Beantworten wir daraufhin doch pro forma die zweithäufigste Frage, die in der Regel auf dieses „Outing“ folgt: Nein, ich finde das nicht ganz schön extrem. Ich finde, es ist die logische Konsequenz aus dem, was die Industrie daraus gemacht hat, tierische Lebensmittel zu produzieren und so günstig wie möglich zu verkaufen. War vielleicht mal von Nöten, ist es, meiner Meinung nach, aber schon lang nicht mehr.

Der zweite Aspekt, weswegen ich mich im letzten Jahr für eine pflanzliche Ernährung entschieden habe, ist der, weswegen ich mich in diesem Jahr dazu entschieden habe, ebenfalls auf Gluten (weitestgehend) zu verzichten: Mein Körper ist ein Tempel und in einem Tempel hat Schrott nichts zu suchen. Ich verzichte gern auf industriell verarbeitete Lebensmittel und auf unverständliche Zusatzstoffe, was nicht heißt, dass ich asketisch durch mein Leben laufe und nichts mehr von dem esse, was „Spaß macht“. Mein Essen macht mir oft Spaß. Es ist bunt und frisch, riecht und schmeckt gut und nachdem ich es gegessen habe, verfalle ich keinem ohnmachtsähnlichen Verdauungsschläfchen, sondern fühle mich auch noch gut. Find ich ok und eigentlich gar nicht so extrem. Dennoch ist ein Leben ohne Pommes oder Eis für mich nicht vorzustellen. Wichtig ist hier, wie eigentlich überall, die Balance.

Nachdem wir das jetzt schon einmal geklärt haben, würde ich gern auf die für andere Menschen so so wichtige Frage eingehen, was ich denn jetzt überhaupt noch essen könnte. Allgemein ist meine Antwort auf diese Frage: Steine und Gras. Wenn es ein Gegenüber ist, der damit mein „Dünnsein“ begründet („Ach deswegen bist du so dünne, kein Wunder“), antworte ich gern: Nichts. Was ich wirklich noch essen kann, um diese Frage mal ohne Ironie oder Zynismus zu beantworten, habe ich für euch beispielhaft in einem „What I eat in a day“ zusammengefasst. Zugegeben, habe ich ein bisschen geschludert, da ich nur meine Hauptmahlzeiten vor die Linse gehalten habe. Meine Snacks werde ich notieren. Soll ja alles der Wahrheit entsprechen. Also, los gehts.

Zum Frühstück gibt es bei mir momentan täglich Smoothiebowls. Seitdem ich sie mal von meiner besten Freundin gemacht bekommen habe, bin ich regelrecht süchtig danach. (Hierzu muss ich anmerken, dass ich gelegentlich manische Züge beim Essen entwickele. So gab es vor ein paar Jahren mal zwei Wochen am Stück zweimal am Tag Eier in Senfsauce. Weil ich da so Lust drauf hatte. In der letzten Zeit gab es täglich Ofengemüse. Davor habe ich fast täglich eine Schale Erdbeeren gegessen. In kurzen Episoden kann ich von gewissen Lebensmitteln nicht genug bekommen. So schnell diese aber kommen, gehen sie auch wieder. Momentan sind es Smoothiebowls.) Grundlage dieser Bowl sind 1-2 gefrorene Bananen, eine halbe Avocado, ein Teelöffel Matcha und ein bisschen Mandelmilch. Hier habe ich noch Heidelbeeren dazugegeben, weil ich es lieber lila haben wollte, als grün. Alles in den Mixer und ab geht die wilde Fahrt. Herauskommt ein – ich würde sagen – puddingartiges Semifredo. Dies kommt dann in die nächstbeste Schüssel und wird mit allem vollgestreusselt, das so rumliegt. Hier waren es Blütenpollen, glutenfreies Müsli (aus Hirseflocken, gepufftem Vollkornreis und Mandel-Crunchy), Maulbeeren, Gojibeeren und Paranüssen. Die zweite Bowl ist für meinen Freund, der mag keine Gojibeeren und lieber Kakaonibs, als Nüsse. Ich beiße mir bei Kakaonibs immer in die Wangen, deswegen kann ich sie im Moment nicht leiden. Dazu gibt es entweder Jasmintee oder Sencha.

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Als Snack gab es am Vormittag einen Kaffee mit Mandelmilch und einen Apfel. Gala Royal. Das sind die besten. Nicht zu süß, nicht zu sauer. Sauer entzieht sich meinem Geschmacksempfinden. Ich finde sauer nicht gut. Und sauer macht mich auch nicht lustig. Eher traurig.

Zum Mittag habe ich mal etwas Neues probiert. Durch das Verzichten auf Gluten und die Abneigung gegen die Ersatzprodukte mit einer zwei Meter langen Zutatenliste, bin ich probierfreudig geworden. Simple et Chic hat auf ihrem Blog ein Rezept für einen Pizzaboden aus Quinoa gepostet. Gesehen und probiert. Allerdings als untypische Pizza-Version mit Humus und Rohkost statt Tomatensauce und Käse. Dazu gab es noch ein bisschen Salat.

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Am Abend lief es mal wieder etwas anders, als es geplant war. Ich habe es zu lange hinausgezögert, mich vom Computer zu lösen und war dann leider schon so hungrig, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Ähnlich war es bei meinem Freund. Und so haben wir schnell beim Asiaten unseres Vertrauens bestellt, der überraschend gutes Sushi macht und schon weiß, dass bei mir weder Frischkäse, noch Mayonnaise etwas im Sushi verloren hat. Als Naschi gab es dann auf der Couch noch einen Raw Bite. Leider hat mein Liebster meine Peanut-Rawbites aufgefuttert und somit gab es den lilafarbenen. War auch ok.

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Zu alle dem gab es noch die ein oder andere Tasse Kräutertee und zwei Liter Leitungswasser aus meiner geliebten Glasflasche. Trinken ist wichtig. Habt ihr ja sicherlich schon mal gehört, ne?

Das war es für’s Erste von mir zu meiner Ernährung. Das hat mir Spaß gemacht. Das macht ich jetzt öfter. Vergessen möchte ich aber nicht zu sagen: das ist meine Ernährung, aber jedem Tierchen sein Pläsierlichen. No Offense. 🙂

Habt einen schönen Abend, Morgen, Mittag oder eine gute Nacht.

xx.